Caritas & DU

30 Jahre Kinderrechte

30 Jahre UN Kinderrechtskonvention
 
Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit
 
Am 20. November feiert die UN Kinderrechtskonvention ihren 30. Geburtstag. Eine wichtige Errungenschaft für Kinder weltweit, dennoch bleibt viel zu tun.
Kinder genießen heute besonderen Schutz. Sie dürfen Schulen besuchen und müssen keiner körperlichen Arbeit nachgehen. Sie sind geschützt vor Ausbeutung und haben das Recht auf Bildung. Was für uns heute in Europa selbstverständlich klingt, war bis vor kurzem noch undenkbar. Zu Beginn der Industrialisierung, im späten 18. Jahrhundert, war es etwa üblich, dass Kinder in Fabriken und sogar im Untertagbau arbeiten mussten. Erst schrittweise wurde dies im Laufe des 19. Jahrhunderts per Gesetz verboten.
 
Die UN Kinderrechtskonvention
 
30 Jahre nach der Erklärung der Rechte des Kindes, am 20. November 1989, wurde die „UN-Kinderrechtskonvention“ (im Gegensatz zu der Erklärung nun völkerrechtlich verbindlich) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. Damit erhielten alle Kinder weltweit verbriefte Rechte auf Schutz, Versorgung und Mitbestimmung. 
Wieder 30 Jahre später ist die Konvention das Menschenrechtsinstrument mit den meisten Mitgliedsstaaten. Zuletzt wurde sie etwa 2015 vom Südsudan und Somalia ratifiziert. Damit bleiben die USA der einzige Staat weltweit, der diesem bedeutenden Dokument bis heute seine Ratifizierung verwehrt. 
 
Kinderrechte auch in Österreich in Gefahr
 
Kinderrechte werden auch in Österreich verletzt:
  • Fast ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich ist armutsgefährdet. Das widerspricht dem Recht von Kindern auf einen angemessenen Lebensstandard.
  • Noch immer entscheidet hierzulande der Bildungsweg der Eltern über den ihrer Kinder: Kinder, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss haben, erreichen seltener einen Hochschulabschluss als Kinder von AkademikerInnen. Mit einem niedrigen Bildungsstandard wird das Risiko zur Armutsgefährdung weitervererbt: Chancengleichheit fehlt.
  • Im Gesundheitsbereich fehlt es an flächendeckenden, kostengünstigen und ausreichenden Gesundheits- und Therapieangeboten für Kinder und Jugendliche.
 
Außerdem müssen Rechte von Kindern in Asylverfahren in Österreich besser geschützt werden (das Kindeswohl muss vorrangige Berücksichtigung in allen Verfahren finden). Eine neue Studie von UNICEF Österreich und der asylkoordination österreich (https://unicef.at/infomaterial/thematische-reports/kinder-auf-der-flucht/) hat aktuell die Situation „begleiteter Kinderflüchtlinge“ analysiert. Die Caritas fordert daher – analog zur Studie – die Etablierung kinderspezifischer Räume und familienorientierte Schutzsysteme, im Beratungskontext sowie ihnen durch Unterstützungsstrukturen im Bildungsbereich, zu einer möglichst guten Ausbildung zu verhelfen.
 
„Wenn es um Kinder geht, geht es um die Gegenwart und die Zukunft unserer Gesellschaft. In Österreich braucht es etwa dringend eine armutsfeste Sozialhilfe, die kinderreiche Familien und AlleinerzieherInnen nicht benachteiligt. Ein zweites kostenfreies, verpflichtendes Kindergartenjahr kann helfen, Kinderarmut und der Bildungsvererbung entgegenzuwirken“, erläutert Bernd Wachter, Generalsekretär der Caritas Österreich.
 
„International muss der zielgerichtete Einsatz von Entwicklungshilfe, etwa als Investition in Bildungseinrichtungen für Kinder, dazu beitragen, dass jedes Kind sein Recht auf Bildung in Anspruch nehmen kann. Das ist die beste Investition in die Zukunft, auch im Sinne der weltweiten Armutsbekämpfung“, ergänzt Andreas Knapp.
 
Die vier Prinzipien der UN-Kinderrrechtskonvention
 
1. Das Recht auf Gleichbehandlung
Kein Kind darf aufgrund seines Geschlechts, der Herkunft, seiner Sprache, der Religion Hautfarbe oder einer Behinderung benachteiligt werden.
2. Das Wohl des Kindes hat Vorrang
Wann immer Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Kinder auswirken, muss das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden.
3. Das Recht auf Leben und Entwicklung
Jedes Land verpflichtet sich, in größtmöglichem Umfang die Entwicklung der Kinder zu sichern.
4. Achtung vor der Meinung des Kindes
Alle Kinder sollen als Personen ernst genommen, respektiert und in Entscheidungen einbezogen werden.
 
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